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Mindestsicherung floppt - Plädoyer für eine negative Einkommensteuer
Gespeichert von h.joebstl am/um 25. November 2011 - 21:19
Wie in einem heutigen Presse Artikel wieder eindrucksvoll dargestellt (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/711551/Mindestsicherung-i...) hat die bedarfsorientierte Mindestsicherung, welche man uns als großartigen sozialpolitischen Fortschritt verkauft hat, gnadenlos versagt. Erste Ideen zu einer negativen Einkommenssteuer wurden bereits in den 40ern entwickelt und später von Milton Friedman in seinem Hauptwerk Kapitalismus und Freiheit wieder aufgegriffen.Eine solche Negativsteuer deckt das Existenzminimum, und wird von jedem Bürger bezogen, welcher über kein oder nur ein sehr geringes Einkommen verfügt. Sobald der Bürger ein eigenes Einkommen erhält, nimmt die Höhe dieser Transferleistung ab. Jedoch nicht im selben Ausmaß, weswegen jeder zusätzlich verdiente Euro auch für ein höheres Nettoeinkommen sorgt. Der Anreiz eine Arbeit aufzunehmen oder mehr zu arbeiten ist somit ungleich höher als beim jetzigen Modell der Mindestsicherung. Nettoeinkommen = Grundfreibetrag x Steuersatz + (100% - Steuersatz) x Einkommen Kombiniert man diese Negative Einkommensteuer mit einer Flat Tax, wie sie ja bereits von uns gefordert wird, erhält man ein einfaches Steuer und Transfersystem aus einem Guss. Die Negativsteuer ist im Endeffekt nichts anderes als eine Verlängerung des Steuersystems nach unten. Eine konsequente Weiterentwicklung dieser Idee ist z.B. das liberale Bürgergeld: http://www.youtube.com/watch?v=oK-GbahOk_8 ------- Quellen: Milton Friedman: Kapitalismus und Freiheit, Piper Taschenbuch; Auflage: 7 (Mai 2004) http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/negative-einkommensteuer/negative-... http://de.wikipedia.org/wiki/Negative_Einkommensteuer http://burningourmoney.blogspot.com/2010/07/how-we-all-ended-up-on-welfa... |
Kommentare
Hallo! Mich interessiert vor allem eure Meinung zum Steuersystem: setzt ihr euch für ein regressives System ein? Denn eine Flat-Tax würde ein solches verursachen. Oder plant ihr gleichzeitig eine Reform der Sozialversicherung bzw. der Konsumsteuern?
LG,
Andreas
Hey Andreas! Die Flat Tax ist kein regressives System. Durch einen Steuerfreibetrag hat man sogar eine indirekte Progression ;)
Details findest du in unserem Flat Tax Antrag: http://www.julis.at/content/flat-tax-revolution-des-steuersystems
LG
Hannes
Danke für die rasche Antwort. Die Abgabenlast ist in Summe dann aber noch regressiver als sie es heute ist (weil Niedrigverdiener relativ mehr für Konsum ausgeben). Dass das Einkommenssteuersystem einer Flat-Tax mit Freibetrag progressiv ist, ist schon klar. Aber in Summe gehts ja um die ganze Steuerlast.
Siehe diese WIFO-Studie S. 329, Abbildung 28: http://www.wifo.ac.at/wwa/downloadController/displayDbDoc.htm?item=S_200...$.PDF
Ich kann den WIFO Link leider nicht aufmachen. Der enorme Vorteil einer Flat Tax ist, dass sie Steuerschlupflöcher schließt. Wir haben derzeit Tausende von Steuerparagraphen und entsprechend viele Schlupflöcher. In Deutschland ist das System nicht viel anders, und eine Studie hat gezeigt, dass viele Spitzenverdiener in Wahrheit nur um die 20% zahlen obwohl der Spitzensteuersatz mehr als das doppelte ausmacht. Durch die Vereinfachung und den einheitlichen Steuersatz gibt es diese Möglichkeiten nicht mehr. Estland hat als Flat Tax Pionier z.B. sehr gute Erfahrungen gemacht. Siehe auch: http://www.steuerwettbewerb.ch/papers/Hans-Kaufmann-Die-Flat-Tax-die-ger...
Probier es so (WIFO-Studie): http://is.gd/qUlGfN
Das Schließen von Schlupflöchern alleine ist noch kein Argument für die Flat Tax. Das kann ich auch mit den jetzigen Lohnsteuersätzen machen (einfach alle Ausnahmen annulieren).
Danke für den Link, werde ich mir bei Gelegenheit zu Gemüte führen.
ich für meinen Teil stimme dir uneingeschränkt zu und halte ein drei-stufiges System mit niedrigeren Sätzen als bisher für wesentlich sinnvoller, da die Entlastungen stärker bei Niedrigverdienern stattfinden würden und somit stärker den Konsum anreizen würden. Außerdem ist es schlichtweg sozialer.
Danke jetzt funktionierts! Eine Flat Tax ist dadurch vorteilhaft, dass sie die Verwaltungskosten enorm verringert, und durch ihren niedrigen Steuersatz Wachstumsanreize schafft. Trotzdem fällt der Verlust an Steuereinnahmen gering aus (Durch die Ersparnis in der Verwaltung und den erhöhten Konsum.)
Wer es noch nicht kennt: Hier das geniale Video der Naumann-Stiftung zum Bürgergeld!
http://www.youtube.com/watch?v=oK-GbahOk_8
Ich kann den WIFO Link leider nicht aufmachen. Der enorme Vorteil einer Flat Tax ist, dass sie Steuerschlupflöcher schließt. Wir haben derzeit Tausende von Steuerparagraphen und entsprechend viele Schlupflöcher. In Deutschland ist das System nicht viel anders, und eine Studie hat gezeigt, dass viele Spitzenverdiener in Wahrheit nur um die 20% zahlen obwohl der Spitzensteuersatz mehr als das doppelte ausmacht. Durch die Vereinfachung und den einheitlichen Steuersatz gibt es diese Möglichkeiten nicht mehr Estland hat als Flat Tax Pionier z.B. sehr gute Erfahrungen gemacht.
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