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Die Reichensteuer und die erzwungene Solidarität
Gespeichert von h.joebstl am/um 6. Dezember 2011 - 17:23
Dass die Sozialdemokratie und andere Parteien des linken Spektrums eine Reichensteuer fordern ist ja bekanntlich nichts Neues. Aber das mittlerweile auch die ÖVP auf den Zug aufspringt und dabei von einer „Solidaritätsabgabe“ spricht, ist kurios. Solidarität stammt vom lateinischen solidus ab, was unter anderem „echt“ bedeutet. Aber echte Solidarität kann niemals erzwungen werden. Nach meiner Auffassung kann nur jemand solidarisch sein, der aus freien Stücken und aus Überzeugung handelt. In einem Hochsteuerland wie Österreich, wo sich die Staatsquote langsam den 50% annähert (zum Vergleich: die reale Staatsquote in der Sowjetunion betrug etwa 80%), weitere Steuern einzuführen hat nichts mit jener Solidarität zu tun. Ja, auch eine offene und liberale Gesellschaft braucht Umverteilung. Wenn diese jedoch so ineffizient wie in Österreich von statten geht (siehe Blogeintrag zur Mindestsicherung), ist jede weitere Steuer eine Verhöhnung der Bevölkerung. Das Steuern keine Solidarität schaffen, ist durch Fakten belegt. Daten der Charities Aid Foundation zeigen, dass freiwillige Spenden mit dem Ansteigen der Steuerlast immer weiter abnehmen. Und auch dass im unsozialen Niedrigsteuerland USA über 70% der Bevölkerung und damit mehr als doppelt so viel wie in Österreich, ehrenamtlich in Wohltätigkeitsorganisationen tätig sind, wird von vielen Moralaposteln übersehen. Anstatt also endlich den Mut aufzubringen, unseren aufgeblähten Verwaltungskörper sowie das Gesundheits- und das Pensionssystem - von dessen Unhaltbarkeit wir seit Jahrzehnten wissen – effizienztechnisch ins 21. Jahrhundert zu bringen, diskutieren unsere Parteien lieber über ein paar Prozent, welche wir den ach so vielen Millionären abknöpfen. Vorausgesetzt natürlich, dass diese ihr Vermögen nicht sowieso schon in wirtschaftlich rentablere Gebiete verfrachtet haben. ---- Quellen: - Charties Aid Foundation (2006), International comparisons of charitable giving, CAF Briefing Paper, Kent: CAF. |
Kommentare
Du sprichst mir aus der Seele. Besonders beeindruckend finde ich vor diesem Hintergrund, dass es immer noch Leute gibt, die sich trotz der extremen Steuerbelastung sozial engagieren. Man stelle sich nur vor, wieviele es sein könnten, wenn die ausufernde Zwangssolidarisierung mal ein Ende hätte.
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